Mindestpreis kalkulieren: Die Formel hinter profitablem Repricing

Ohne sauberen Mindestpreis ist jedes Repricing ein Blindflug. So berechnest du die Untergrenze, unter der du nie verkaufst – inklusive aller versteckten Kosten.

Mindestpreis kalkulieren: Die Formel hinter profitablem Repricing
Kevin Regenfelder
By Kevin Regenfelder
Co-Founder, Priceivy
Zuletzt geändert:
Repricing
Inhaltsverzeichnis

Repricing ohne Mindestpreis ist wie Autofahren ohne Bremse: Es geht schnell – bis es schiefgeht. Der Mindestpreis ist die wichtigste Zahl in deinem ganzen Setup. Er entscheidet, ob Automatisierung dich profitabel macht oder in einen Preiskampf zieht, den du nicht gewinnen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mindestpreis ist die harte Untergrenze, unter der du nie verkaufst.
  • Er enthält alle variablen Kosten – nicht nur den Einkaufspreis.
  • Ein Repricer braucht ihn als Sicherheitsnetz: Ohne ihn gewinnt er den Preiskampf und verliert dein Geld.

Die Formel

Dein Mindestpreis setzt sich aus fünf Bausteinen zusammen:

Mindestpreis = Einkaufspreis
             + Marktplatz-Provision
             + Versand- & Verpackungskosten
             + erwartete Retourenkosten
             + Zielmarge

Klingt simpel – aber genau hier passieren die teuersten Fehler. Die meisten Händler rechnen mit Einkaufspreis plus „Wunschmarge" und vergessen die Posten dazwischen.

Die versteckten Kosten

Marktplatz-Provision

Amazon, eBay & Co. nehmen pro Verkauf eine Provision – je nach Kategorie oft 7–15 %. Diese Provision wird auf den Verkaufspreis berechnet, nicht auf den Einkauf. Wer sie vergisst, verkauft schnell unter Wert.

Versand und Retouren

Versandkosten kennst du. Retouren unterschätzen viele: Eine Retourenquote von 10 % bedeutet, dass jeder zehnte Verkauf Rücksende-, Prüf- und oft Wertminderungskosten verursacht – die alle anderen Verkäufe mittragen müssen.

Rechne Retouren immer als Prozentsatz auf jeden Verkauf ein, nicht erst, wenn sie anfallen. Sonst sieht deine Marge auf dem Papier gut aus und schmilzt am Monatsende weg.

Ein Rechenbeispiel

Produkt mit 20 € Einkauf, Verkauf auf einem Marktplatz mit 12 % Provision, 3 € Versand, 8 % Retourenquote, Zielmarge 5 €:

20 €
Einkaufspreis
~33 €
kalkulierter Mindestpreis
0 €
Verlust unterhalb davon – nie

Der Unterschied zwischen „20 € plus etwas Marge" und einem sauber gerechneten Mindestpreis von rund 33 € ist genau die Zone, in der unprofitable Händler Geld verbrennen, ohne es zu merken.

Warum Automatisierung hier den Unterschied macht

Den Mindestpreis einmal von Hand zu rechnen ist machbar. Ihn über tausende Produkte aktuell zu halten – bei wechselnden Einkaufspreisen und Gebühren – ist es nicht. Ein guter Repricer kennt deinen Mindestpreis pro Produkt und stoppt dort automatisch. Du gibst die Marge vor, die Maschine schützt sie.

Fazit

Bevor du irgendeine Repricing-Regel scharf schaltest, kalkuliere deinen Mindestpreis sauber – mit allen Kosten. Er ist nicht die Zahl, mit der du verkaufst, sondern die Grenze, die dich vor dir selbst schützt.

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