Marge oder Aufschlag? Der Unterschied, der über deinen Gewinn entscheidet

Viele Händler verwechseln Marge und Aufschlag – und kalkulieren ihre Preise systematisch zu knapp. Was der Unterschied ist und warum er bares Geld bedeutet.

Marge oder Aufschlag? Der Unterschied, der über deinen Gewinn entscheidet
Kevin Regenfelder
By Kevin Regenfelder
Co-Founder, Priceivy
Zuletzt geändert:
E-Commerce-Wissen
Inhaltsverzeichnis

Es ist einer der häufigsten und teuersten Denkfehler im E-Commerce: Marge und Aufschlag werden gleichgesetzt. Wer „ich rechne 40 % drauf" sagt und „ich habe 40 % Marge" meint, kalkuliert seine Preise zu knapp – bei jedem einzelnen Produkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, Marge auf den Verkaufspreis.
  • Dieselbe Prozentzahl bedeutet bei Aufschlag und Marge völlig unterschiedliche Gewinne.
  • Wer beides verwechselt, verkauft systematisch zu billig.

Die zwei Bezugsgrößen

Der Unterschied liegt allein darin, worauf sich der Prozentsatz bezieht:

  • Aufschlag (Markup): Prozent auf den Einkaufspreis. Du kaufst für 20 €, schlägst 50 % drauf → 30 € Verkaufspreis.
  • Marge (Marge/Marge): Prozent vom Verkaufspreis. Von den 30 € Verkaufspreis sind 10 € Gewinn → 33 % Marge.

Gleicher Preis, zwei Zahlen: 50 % Aufschlag sind nur 33 % Marge.

Warum das so viel ausmacht

Je höher der Aufschlag, desto stärker klafft die Schere zur Marge auseinander:

Aufschlagentspricht Marge
25 %20 %
50 %33 %
100 %50 %
200 %67 %

Wer also „100 % Marge" will, aber nur 100 % Aufschlag rechnet, landet bei 50 % Marge – die Hälfte des Gedachten.

Der typische Praxisfehler

Ein Händler will 30 % Marge und rechnet 30 % auf den Einkauf. Bei 20 € Einkauf ergibt das 26 € Verkaufspreis – aber das sind nur rund 23 % Marge. Über tausende Verkäufe summiert sich diese Lücke zu einem fünfstelligen Betrag pro Jahr.

Faustregel: Willst du eine bestimmte Marge erreichen, teile nicht durch den Einkaufspreis, sondern rechne Verkaufspreis = Einkaufspreis / (1 − Marge). Für 30 % Marge bei 20 € Einkauf: 20 / 0,7 ≈ 28,57 €.

Was das mit Repricing zu tun hat

Automatisiertes Repricing arbeitet immer mit deiner echten Marge – nicht mit einem Aufschlag, der sich gut anfühlt. Wenn dein System margenbasiert kalkuliert, ist dieser Fehler ausgeschlossen: Du gibst die Zielmarge vor, der Verkaufspreis ergibt sich korrekt daraus. So verkaufst du nie unbemerkt zu billig.

Fazit

Marge und Aufschlag sind nicht dasselbe – und die Verwechslung kostet richtig Geld. Rechne in Marge, wenn es um deinen Gewinn geht, und lass deine Preislogik konsequent darauf aufbauen.

Häufige Fragen

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