Marge oder Aufschlag? Der Unterschied, der über deinen Gewinn entscheidet
Viele Händler verwechseln Marge und Aufschlag – und kalkulieren ihre Preise systematisch zu knapp. Was der Unterschied ist und warum er bares Geld bedeutet.

Inhaltsverzeichnis
Es ist einer der häufigsten und teuersten Denkfehler im E-Commerce: Marge und Aufschlag werden gleichgesetzt. Wer „ich rechne 40 % drauf" sagt und „ich habe 40 % Marge" meint, kalkuliert seine Preise zu knapp – bei jedem einzelnen Produkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, Marge auf den Verkaufspreis.
- Dieselbe Prozentzahl bedeutet bei Aufschlag und Marge völlig unterschiedliche Gewinne.
- Wer beides verwechselt, verkauft systematisch zu billig.
Die zwei Bezugsgrößen
Der Unterschied liegt allein darin, worauf sich der Prozentsatz bezieht:
- Aufschlag (Markup): Prozent auf den Einkaufspreis. Du kaufst für 20 €, schlägst 50 % drauf → 30 € Verkaufspreis.
- Marge (Marge/Marge): Prozent vom Verkaufspreis. Von den 30 € Verkaufspreis sind 10 € Gewinn → 33 % Marge.
Gleicher Preis, zwei Zahlen: 50 % Aufschlag sind nur 33 % Marge.
Warum das so viel ausmacht
Je höher der Aufschlag, desto stärker klafft die Schere zur Marge auseinander:
| Aufschlag | entspricht Marge |
|---|---|
| 25 % | 20 % |
| 50 % | 33 % |
| 100 % | 50 % |
| 200 % | 67 % |
Wer also „100 % Marge" will, aber nur 100 % Aufschlag rechnet, landet bei 50 % Marge – die Hälfte des Gedachten.
Der typische Praxisfehler
Ein Händler will 30 % Marge und rechnet 30 % auf den Einkauf. Bei 20 € Einkauf ergibt das 26 € Verkaufspreis – aber das sind nur rund 23 % Marge. Über tausende Verkäufe summiert sich diese Lücke zu einem fünfstelligen Betrag pro Jahr.
Faustregel: Willst du eine bestimmte Marge erreichen, teile nicht durch den Einkaufspreis, sondern rechne Verkaufspreis = Einkaufspreis / (1 − Marge). Für 30 % Marge bei 20 € Einkauf: 20 / 0,7 ≈ 28,57 €.
Was das mit Repricing zu tun hat
Automatisiertes Repricing arbeitet immer mit deiner echten Marge – nicht mit einem Aufschlag, der sich gut anfühlt. Wenn dein System margenbasiert kalkuliert, ist dieser Fehler ausgeschlossen: Du gibst die Zielmarge vor, der Verkaufspreis ergibt sich korrekt daraus. So verkaufst du nie unbemerkt zu billig.
Fazit
Marge und Aufschlag sind nicht dasselbe – und die Verwechslung kostet richtig Geld. Rechne in Marge, wenn es um deinen Gewinn geht, und lass deine Preislogik konsequent darauf aufbauen.
Häufige Fragen
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